
Vor 2 Wochen trafen sich die Cheerleader und Footballspieler der Leipzig Lions im Nachtcafé zur alljährlichen Weihnachtsfeier. Neben der Vergabe von Auszeichnungen für 2007 trafen sich auch die sportliche Leitung, um die Voraussetzungen und Ziele für 2008 zu diskutieren. Neu im Vergleich zum Vorjahr waren zwei Gesichter: Athletic Coach Gunar Geuß ist den meisten Herrenspielern bereits vom Sprinttraining auf dem Gelände des LAZ (Leichtathletik-Zentrum) bekannt, der neue Head Coach Phil Hickey wurde erstmals dem kompletten Verein vorgestellt. Pressesprecher Björn Hesse traf sich mit ihnen und den Erfolgscoaches von 2007 - Jens Hofmann, Carsten Kunz und Daniel Pechtel die den Lions auch im kommenden Jahr erhalten bleiben. Zusätzlich nahm Vizepräsident Elmar Keil an dem Interview teil. Die äußerst erfolgreiche Lions-Saison 2007 ist seit Mitte Oktober vorbei (9-3-Bilanz). Auch wenn beide Playoff-Spiele gegen Bonn verloren gingen, wie lautet euer Fazit nach 2 Monaten Abstand?
Carsten Kunz: Wir haben mehr erreicht als wir zu Beginn der Saison erahnen konnten, aber wir hätten mehr erreichen können. Das ist das Ärgerliche.
Jens Hofmann: Wir hatten ein sehr erfolgreiches Jahr. Die beiden letzten Spiele haben uns gezeigt, dass wir viele Möglichkeiten haben, uns zu verbessern. Mit Phil Hickey wird heute ein neuer Head Coach für die Saison 2008 vorgestellt. Wie kam überhaupt der Kontakt zustande?
Jens Hofmann: Ich hab mein Bruder angerufen [Jens Bruder Jörg Hofmann ist derzeitiger Head Coach der GFL-Jugend der Berlin Adler , Anmerk. d. Red.] und dabei fiel der Name Phil Hickey.
Phil Hickey: Ich habe mich sehr über den Anruf von Jens gefreut. Zu der Zeit hatte ich auch überlegt, wieder mit dem Coaching einzusteigen. Es passte einfach. Als ich mich zum ersten Mal mit dem Lions-Vorstand in Leipzig getroffen habe, hatte ich viele Fragen gestellt. Die Fragen wurden gut gehandhabt. Alle Gespräche waren bisher vom Inhalt her wunderbar. Das ist wichtig für mich. Wie gut kennst Du als Neuer bereits das Team der Lions?
Phil Hickey: Von der Mannschaft kenne ich nur die Leute vom Lauftraining. Ich habe bisher nur zwei Spiele auf Video gesehen. Zu den Coaches gesellt sich seit Anfang Dezember auch Athletic Coach Gunar Geuß. Schon seit einigen Wochen lässt er die Herrenspieler auf dem Gelände des LAZ schwitzen. Wie beurteilt ihr die diesjährigen Voraussetzungen für die Saison 2008?
Daniel Pechtel: Das ist das Beste was ich bisher bei den Lions erlebt habe. Seit Derrek [Derrek Figueroa, Head Coach der Lions von 1998-2003] hat es keine drei Coaches mehr gegeben. Zur Zeit haben wir so viel Coaches, wie noch nie. Kommen wir zum Thema Fitness. Bereits seit November 2006 verfügen die Spieler der Lions in der Fitness Company im Messehof beste Krafttrainingsbedingungen. Mit Gunar Geuß gibt es nun einen eigenen Atheltic Coach. Wem haben wir die Kombination zu verdanken und welchen Nutzen sieht der Verein in dieser zusätzlichen Zusammenarbeit?
Gunar Geuß: Der Kontakt zu den Lions kam über Jens Brabandt [ehemaliger Spieler der Leipzig Lions, Anmerk. d. Red.], besser gesagt über unsere Ehefrauen. Mit Jens habe ich mich getroffen und wir haben über Konditionstraining bei Mannschaftssportarten gesprochen. Er hatte mich auch zu zwei Spielen eingeladen. Von der Technik her sah es sehr gut auf dem Feld aus, aber die Fitness der Spieler kann man noch deutlich verbessern. Es fehlt nicht viel und das Potential ist da aber die Leute müssen in der Lage sein, mehr zu geben. Wie sieht dein Eindruck nach den ersten drei Wochen Training aus?
Gunar Geuß: Nach den wenigen Trainingseinheiten mit den Leuten sieht man schon Fortschritte: das Training ist zwar hart, aber macht auch Spaß. Woche für Woche verschieben sich die Leistungsgrenzen. Langfristiges Ziel ist es, die Spieler für den Head Coach so fit zu machen, dass diese rein von ihrer Fitness her, die Anforderungen der Coaches problemlos umsetzen können. Welche Coaching Erfahrung bringt Phil Hickey als neuer Head Coach für die Saison 2008 nach Leipzig?
Phil Hickey: Die vergangenen zwei Jahre hatte ich in Dänemark gecoacht. Dieses hier wäre mein erster eigener Head-Coach-Job mit eigenem Team. Und wie verbindest Du den Mehraufwand extra aus Berlin anzureisen mit deiner Familie? Phil Hickey:Daher, dass wir in Leipzig nur zweimal in der Woche trainieren, sind die Fahrten nicht so viel. Es hat gepasst. In Berlin müsste ich sonst auch eine Stunde mit dem Auto fahren. Wie gesagt, ich war beeindruckt von den Besprechungen mit dem Lions-Vorstand bisher. Man sieht, der Verein hat einen Plan und ein Ziel. Ich warte nur noch darauf, dass Gunnar mir die fitten Spieler übergibt. Ab wann stellst Du Dir den Trainingsbeginn mit der Ausrüstung vor?
Phil Hickey: Unser Teamtraining hängt vom Spielplan ab, wann wir beginnen. Bisher ist noch kein Spielplan veröffentlicht. Ich möchte nicht zu lange vorher trainieren. In der Saison werden wir Stück für Stück uns einspielen. Vielleicht werden unsere ersten Spiele nicht perfekt eingespielt aussehen, aber es wird reichen. Wir werden als Mannschaft von Spiel zu Spiel wachsen. Eine abschließende Frage an den Vize-Präsidenten der Lions. Wie siehst Du zusammengefasst die ganzen Bedingungen für das Herrenteam 2008?
Elmar Keil: Ich freue mich, dass wir so zeitig in der Pre-Season schon vorbereitet sind. Dank unserer Trainingsmöglichkeiten derzeit (FitCom, Fitness Coach, Kunstrasenplatz mit Flutlicht, eigenes Trainingsgelände, usw.) haben wir deutschlandweit die besten Möglichkeiten in einer Regionalliga. Es gibt eine Reihe von GFL Teams, die nicht diese Rahmenbedingungen haben. Jetzt liegt es an den Jungs, Gas zu geben. Weitere Infos zu den neuen Coaches: Philip James Hickey war von 2004-2007 als Operations Director für Berlin Thunder tätig. In den Händen des gebürtigen US-Amerikaners (San Francisco) liefen die Fäden aller Abläufe im und um das Olympiastadion, des Transports und der Unterbringung der Thunder-Footballer sowie Teile der Organisation der Geschäftsstelle zusammen. In der NFL Europe war er im Jahr 2000 bereits als Game Development Manager der deutschen Teams tätig, zuvor wirkte er als Freier Mitarbeiter für Football-Übertragungen beim Deutschen Sport-Fernsehen (DSF) mit. Dass Phil ein ausgemachter Football-Fachmann ist, beweisen seine aktiven Stationen in Deutschland und den Niederlanden. So war der Familienvater (verheiratet, zwei Söhne) zwischen 1989 und 1997 u.a. General Manager, Head Coach und Quarterback Coach der Munich Cowboys und arbeitete als Coach in verschiedensten Positionen bei den The Haigue Raiders in Den Haag, für die Amsterdam Crusaders, Munich Thunder und Hamburg Blue Devils. Ausserdem bringt Phil weitere reichhaltige und vielseitige Erfahrungen mit nach Leipzig. So war er u.a. Mitglied des Organisations-Komitees der Olympischen Winterspiele in Salt Lake City (2002), war beim NFL Super Bowl XXXVI für die Organisation des kompletten Bus-Transports zuständig und war Team Operations Director des XFL Teams Los Angeles Xtreme. Gunar Geuß ist hauptberuflich Konditions- und Fitnesstrainer im Individual- und Teamsport. Bereits seit 1995 ist Geuss LAZ - Stützpunkttrainer in Leipzig. Von 1997-2000 diente er als DLV-Stützpunkttrainer Gehen und betreute das nationale Frauenteam zu Welt- und Europacups, danach hatte er die Funktion des LVS - Blocktrainer Gehen bis 2006 inne. Von 2002 an führte er den Skilangläufer Oliver Kraas (RSA) zu dessen sportlichsten Höhepunkt den Olympischen Spielen 2006 in Turin. Als Dozent gibt er sein Wissen an der Universität Leipzig in der studentischen Ausbildung und den Internationalen Trainerkursen sowie für den DSV in der Biathlontrainer Ausbildung weiter. Privatkunden wie auch Sportcenter profitieren von seinem Können, dass er in Individualtraining und Kursen (Walking und Nordic Walking) durchführt. Quellen:
www.berlin-thunder.de
www.geuss-sport.de