
Nach dieser Saison verlassen mit Sicherheit vier Spieler die Leipzig Lions. Offense Liner René Braun (#66) hat einen Job in Hanau gefunden. Die beiden Kumpel Daniel Teubert (RB #28) und Eric Reutemann (CB #26) zieht das Studium nach Paderborn. Safety und Interceptions-Leader Chris Herzberg (#38) fliegt bereits nächste Woche mit einem Football-Stipendium in der Tasche nach Cancun/Mexiko. Während die anderen drei noch auf weitere Spiele in den Playoffs hoffen, ist das Tollense-Spiel der definitive Abschied von Chris Herzberg. Der Strong Safety ist einer der wichtigsten Spieler in der Defense von Coach Kunz. In diesem Interview philosophieren wir noch mal mit Chris über seine Zeit bei den Lions. Hallo Chris. Was sicher die meisten interessiert: wie ist die Stimmung im Team vor dem Tollense Spiel? Wie lautet Deine Vorhersage für Samstag?
CH: Wir sind heiß. Vor zwei Jahren haben wir gegen Frankfurt Himmel und Hölle in wenigen Minuten durchfahren. Ein Happy End gab es nicht. Gegen Tollense müssen keine Punkte gut gemacht werden und deswegen ist der Druck nicht ganz so groß. Ich selber bin der Meinung, dass wir das Spiel in Offense wie Defense dominieren werden. Nach 6 Jahren bei den Leipzig Lions (3 Jahre Jugend/ 3 Jahre Herren) haben sich sicher viele gute Erinnerungen angehäuft. Welches war das größte Spiel, an das Du Dich erinnerst?
CH: Jedes Spiel ist auf seine Art einzigartig, egal ob Sieg oder Niederlage. Ich hatte mit den Lions bisher ein Meisterschaftspiel, dass war in der 2. Jugendliga gegen die Berlin Wildcats. Wir spielten uns in einen Rausch zu einem 40-00 Sieg. Doch das geilste Spiel an das ich mich erinnern werde, wird noch ausgetragen. Wenn die Haie den Bach runtergehen, die Meisterschaft gewonnen wird und ich das (vorerst) letzte mal für die Lions auflaufe. Mit den Junior Lions bist du 2003 in die 1. Jugendliga aufgestiegen und wurdest mit der Bayernauswahl Deutscher Vizemeister – Wie bist Du überhaupt mit 16 zum Football gekommen?
CH: Damals hatte jemand aus dem Freundeskreis ein Probetraining bei den Lions absolviert. Ich lauschte seinen Erzählungen sehr aufmerksam und nach kurzer Zeit stand fest, dass Ich eine neues Hobby hab. Dann bin ich direkt zum nächsten Training und wurde geschunden. Später kam irgendwann Burger King Eddy und erzählte vom Hitten, ab dem Zeitpunkt war es dann um mich geschehen. Jeder im Team kennt Deine Liebe zu den Hamburg Sea Devils. Welche Gedanken gingen Dir durch den Kopf, als kurz nach dem World Bowl Sieg der Sea Devils die NFL Europa dicht gemacht wurde?
CH: Das war einfach mal „In your Face“. Ich war gerade in Cancun zu einem NFL IPD Camp und die Nachricht traf alle wie ein Blitz. Mich interessierte nicht, das es nächstes Jahr keinen Football mehr von der NFLE gibt, sondern die Leute die es wirklich trifft. Leute die ihr Herz in diese Liga gesteckt haben und mit denen man über die Jahre eine gute Freundschaft geschlossen hat. Die beiden Equipment-Exoten aus Hamburg Tanny Fernadesz und Mo Ganjy. Bei den Coaches Shuan F., Wanja M., Denise D. und Tony A. welche immer ein offenes Ohr hatten. Die standen auf einmal vor dem Nix. Im Lions Team bist Du sozusagen der Equipment-Guy. Fast kein Spieler trägt nicht irgendwelche durch Dich gelieferte Reebok-NFL Klamotten. Hat das professionelle Äussere vielleicht auch etwas mit dem Erfolg der Lions zu tun?
CH: Play good, look good! Wenn ich 'was hasse, ist es schlechter Style und wenn ein Team wie eine Clownarmee aussieht. Jedoch möchte ich keine Parallele zwischen Style und Erfolg ziehen. Es sei jedoch angemerkt das wir extrem geil aussehen, eben “Sexy-Back“. Gibt es irgendwelche Erwartungen, die Du an Mexiko hast? Hast Du Dich vielleicht schon vorab über das Land und die Geschichte informiert, vielleicht schon etwas Spanisch gelernt?
CH: Na die Basic Daten hat man ja im Kopf. Brieftasche immer am Mann haben, kein Leitungswasser trinken, Spring-Break ist Mitte März und Bier kann ich bestellen.
Ich versuche, so viel wie möglich zu erleben und da bin ich als Geschichtsinteressierter in Mexiko gut beschäftigt. Gerade die Ecke in der ich dann bin, bietet neben der Historie noch alle anderen Dinge die man braucht: Karibik, viel Sonne, ein Footballteam und viele Parties. Dies ist Deine Chance selbst ein paar letzte Worte loszuwerden:
CH: Bei den Lions hab ich über die Jahre viele gute Freunde gewonnen, viel gelernt und mich auch neben dem Footballfeld weiterentwickelt. Ich danke jedem der mir Vertrauen geschenkt hat, gerade in diesem Jahr Carsten und Red. Meine Buddies zähle ich jetzt nicht auf, da die das wohl selber alle am besten wissen.
Keep on rocking und wenn ich zurückkomme will ich die MNRX in der Zweiten Liga abfetten. Besonderer Dank geht an meinen Ausbildungsbetrieb den BSV AOK Leipzig e.V. der mir ermöglicht hat, Football als Spieler und Trainer ungehindert durchführen zu können.