
| Lions-Footballer und andere Ei-Abhängige feiern in mexikanischer Kneipe wilde Party Der legendäre Suuuper Bowl. Das bedeutet für die Footballer der Leipzig Lions alle Jahre wieder: Suuuperaufwändige Suche nach einer Suuuper-Location. Dann eine suuuperlange Nacht. Schließlich: suuuperdicke Glüsen am nächsten Morgen. Fürs 41. Finale der National Football League (NFL) zwischen Indianapolis Colts und Chicago Bears hatten die Lions die mexikanische In-Kneipe Enchilada auserkoren. Schräg gegenüber der Blechbüchse geht es schräg zu. Karaoke (talentfreies Teilnehmerfeld), Wett-Essen (Riesen-Hotdogs) – abgefahrene Nummern. Kurz vorm „Kick-Off“ (Anpfiff) um 0.20 Uhr ist es eminent wichtig, sich die Grundkenntnisse des Spiels anzueignen. Man will möglichst an den richtigen Stellen stöhnen, klatschen, auf Toi gehen, Biere trinken, Kurze einstreuen. No, ein „Quarterback“ ist kein Quartalssäufer, sondern der Spielmacher, derjenige, der die meiste Kohle verdient, das Ei den rennenden Kollegen zuwirft und solche Sachen. Wenn man das so gut macht wie Mister Manning (Indianapolis) in dieser Nacht und seine Untergebenen zu einem 29:17-Victory führt, bekommt man einen Anruf von George W. Bush, hört ein „well done!“ oder so was. Ums Ei ranken sich weitere Geheimnisse. Gut, dass die ARD einen Experten eingeflogen hat. Semmelmütze Boris Becker glotzt von zwei Riesen-Leinwänden ins sekündlich voller werdende Enchilada. |
| Nach zwei, drei kryptischen Sätzen („in Miami regnet's öfters“) ist klar: Becker hat die Haare schön, aber von Football so viel Ahnung wie von der ehelichen Treue. Wir nähern uns der hochkomplizierten Geschichte mithilfe eines lebenden roten Fadens. Der Erklärbär heißt Guido Schulz, ist Stammgast, hat die Haare auch schön, versucht sich noch vor dem Kick-Off im Stile eines „Running Backs“ (das sind die pfeilschnellen Ei-Fänger) in Richtung der Lions-Cheerleader (schlanke Pausenhäppchen) durchzutanken. Diverse „Blocker“ (die dicken Jungs in der Verteidigung) vermiesen Schulzens Durchbruch ins Glück, in die Endzone. Schulz ist ohne einen Touch richtig down, womit der Begriff des „Touchdowns“ auch hinreichend erläutert wäre. Alle weiteren Fragen klären die zwischen Popcorn, Corona und Aschenbechern liegenden Flyer. „... Football ist eine vor allem in den Vereinigten Staaten populäre Sportart, bei der zwei Mannschaften versuchen, den eiförmigen Spielball in die gegnerische Endzone zu bringen. Die Mannschaft im Ballbesitz (Offense) versucht dabei, Raumgewinn zu erzielen. Die verteidigende Mannschaft (Defense) versucht selbst in Ballbesitz zu kommen ...“ Und jetzt kommt's: „Auf Grund der unterschiedlichen Anforderungen kann American Football von fast jedem gespielt werden. Es erfordert allerdings einen hohen Grad an mentaler Stärke.“ Wo sind nur Mitgliedsanträge der Lions? Um 4.01 Uhr reißt Mister Manning die Hände in den Himmel. Ab 4.02 Uhr wählt Bush Mannings Nummer. Um 4.03 verlässt Erklärbär Schulz die Kneipe. Um 4.30 Uhr ist Manning zum „MVP“ (Most Valueable Player) gekürt. Um 4.35 Uhr wird Becker vom Tresenpersonal zum „BS“ (Biggest Sackgänger) gekürt. Gegen fünf Uhr in der Früh wackeln die Lions nach Hause. Und dann sind sie auch schon im Werden, die suuuperdicken Glüsen. Guido Schäfer |